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Die Notifikation zur Bedeutung der lehramtlichen Dekrete bezüglich des Denkens und der Werke des Priesters Antonio Rosmini Serbati der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2001 erklärte schließlich: Die Gründe der lehramtlichen zur Vorsicht mahnenden Besorgnis und Schwierigkeit, die zur Promulgierung des Verurteilungsdekrets Post obitum der ,Quaranta Proposizioni aus den Werken Antonio Rosminis geführt haben, sind nunmehr als überholt zu betrachten. Und zwar aufgrund der Tatsache, daß der Sinngehalt der Sätze, wie er im genannten Dekret verstanden und verurteilt wird, nicht der wahren Auffassung Rosminis entspricht, sondern auf mögliche Schlußfolgerungen aus der Lektüre seiner Werke zurückgeht (Nr. 7). Die Gründe, welche die aktuelle Notifikation am Ursprung der Verurteilung erkennt, macht sie in jenen Faktoren fest, die aus der damaligen geschichtlichen, kulturellen und kirchlichen Situation erwuchsen (Nr. 5) und dadurch jene bereits analysierte idealistisch-subjektivistische Interpretationsweise an das rosminische Denken herantrugen. Gleichzeitig gibt die Kongregation zu bedenken, dass die rosminischen Sätze nicht leicht zu verstehen sind und ein profundes Verständnis des rosminischen Denkens, insbesondere der Teosofia, voraussetzen. Rosminis Denken wird große Kühnheit und Mut bescheinigt, womit die Nota die Formulierung aus Fides et Ratio wieder aufnimmt und unterstreicht, dass gerade ein solches Projekt der Verbindung von traditioneller Lehre und aktuellem Denken nicht ohne Risiken ist und eine nicht zu unterschätzende intellektuelle Leistung darstellt. In der genannten Notifikation bezieht sich die Glaubenskongregation auf die angedeutete antirosminische Stimmung der Theologie bis in jüngste Zeit zurück und rechtfertigt die Verurteilung von 1888 in Auslegungen nach einem idealistischen, ontologistischen und subjektivistischen Schlüssel, die von nichtkatholischen Denkern gemacht wurden, vor denen das Dekret Post obitum objektiv warnt (Nr. 5). Die Verturteilung des rosminischen Denkens behalte somit auch nach dem 1. Juli 2001 in jenem Fall ihre Gültigkeit, dass das rosminische Denken in nämlichem Sinn interpretiert werde. Was Rosmini ausdrücklich nicht mehr unterstellt wird, ist, dass dieser Sinn die Intention seines Denkens und den Inhalt seiner Schriften bildet. Solche Auslegungen nach einem idealistischen, ontologistischen und subjektivistischen Schlüssel werden nunmehr als eine Fehldeutung seiner Werke und seiner Intention erkannt. Steht es aber nun auch amtlich um das rosminische Denken in dieser Weise, so resultiert als Konsequenz, dass es Rosmini in bestimmter Weise gelungen sei, diese Verbindung zwischen traditionellem und neuzeitlichem Denken in einer nicht-idealistischen, nicht-ontologistischen und nicht-subjektivistischen Weise zu bewerkstelligen. Die angezeigten Stationen insbesondere seit den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstages Rosminis 1997 markieren eine geduldige, aber kontinuierliche Entwicklung, welche im Jubiläum des 150. Todestages Rosminis im Jahr 2005 gipfeln. Für dieses Jahr wird auch die Seligsprechung dieser Persönlichkeit erwartet, die in einzigartiger Weise Weisheit und Frömmigkeit, Schärfe des Geistes und Tiefe der Seele in einem kohärenten Leben verbunden hat. 7. Zur Wirkungsgeschichte des rosminischen Denkens in Deutschland> |
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